Löschboot Dortmund

      Löschboot Dortmund

      Hallo zusammen.
      Ich will nun endlich mal den neuen Thread über das Löschboot Dortmund anfangen. Als Dortmunder wusste ich wohl, dass die Feuerwehr Dortmund ein Löschboot betreibt, hatte es aber nie wirklich wahr genommen, und das wo ich in direkter Nachbarschaft zum Liegeplatz des Bootes arbeite. Richtig wahr genommen habe ich es erst bei Besuch des SMC Waltrop an der alten Schachtschleuse am Schiffshebewerk in Waltrop. Die hatten Jubiläum und zeitgleich fand 2018 ein Museumsfest statt. Zu dieser Veranstaltung war auch das Löschboot Dortmund geladen. Gerade für die jüngeren Besucher(Kids) war das Boot ein echter Anziehungspunkt, da die Kids eine der beiden Löschkanonen bedienen durften. Ich habe mir das Boot auch in Ruhe vom Ufer aus angesehen und war schlagartig begeistert davon. Schnell wuchs der Plan, mal bei der Feuerwehr Dortmund nachzufragen, ob zwecks Nachbau Unterlagen zur Verfügung stehen würden. Für mich übte das Boot deshalb einen großen Reiz aus, da es nun mal eben nicht den typischen bekannten Modellen entspricht, die man sonst üblich an den Teichen sieht. Ich habe zwar auch eine Düsseldorf noch im Keller liegen, aber das Löschboot Dortmund würde als Modell einen guten Kontrast zu den üblichen Modellen darstellen. Jedenfalls ist dies meine Meinung dazu. Zur Veranschaulichung, um dieses Boot handelt es sich.
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      Etwas zur Historie:Spezialeinheit - LöschbootRetten, Löschen, Helfen, PumpenZur Abwehr von Gefahren und zur Erhaltung der Sicherheit auf dem Dortmund-Ems-Kanal und im Dortmunder Hafen betreibt die Berufsfeuerwehr Dortmund ein leistungsstarkes Feuerlöschboot.Das Feuerlöschboot wurde 1987 in der Schless-Werft in Wesel erbaut und verrichtet seit dem seinen Dienst in Dortmund. Das Löschboot ist am Hafenstützpunkt der Feuerwehr, an der Deusener Straße in einer massiv gebauten Wassergarage mit Ausfahrt zum Dortmund-Ems-Kanal stationiert. In den angrenzenden Gebäuden, die ebenfalls zum Hafenstützpunkt gehören sind Werkstätten, Lagerräume und auch Unterrichtsräume untergebracht.Mit einer Länge von 13,76 Metern, einer Breite von 3,94 Metern, einer Durchfahrtshöhe von 4,08 Metern und einem Tiefgang von nur 0,90 Metern ist es ideal für den Einsatz im Dortmunder Hafen dimensioniert.Das Einsatzgebiet des LöschbootesDer Dortmund-Ems-Kanal als größter Kanalhafen EuropasDer Dortmunder Hafen, eröffnet am 11.August 1899, grenzt mit seinen 10 Hafenbecken unmittelbar an die Dortmunder Innenstadt. Die Wasserfläche beträgt etwa 34,5 ha mit Wassertiefen von 3,50m bis 5,00m. An den insgesamt etwa 11km langen Uferstrecken befinden sich 40 Krananlagen.Bis zu 3 Millionen Tonnen Schiffsgüter werden pro Jahr umgeschlagen und zwischengelagert, bis sie dann mittels Eisenbahn oder LKW weiter transportiert werden. Im Jahr erreichen bis zu 3000 Schiffe den Dortmunder Hafen um Güter auf- oder abzuladen. Hauptsächlich werden hier Baustoffe, Mineralöle, Container, Importkohle, Eisen und Stahl, Schrott transportiert.Das Löschboot wird im größten Kanalhafen Europas primär zur Rettung von Menschen und Tieren, sowie zur Brandbekämpfung eingesetzt. Aber auch die technische Hilfeleistung und Abwendung von Umweltgefahren zählen zu den regelmäßigen Einsätzen im Dortmunder Hafen.Sekundär dient das Löschboot aber auch zur Unterstützung von Brandbekämpfungen der Löschzüge durch Wasserförderung in den näheren Umkreis des Hafengebiets oder die Unterstützung weiterer Spezialeinheiten der Feuerwehr Dortmund, zum Beispiel der Spezialeinheit Wasserrettung.Als besonderer Schwerpunkt ist der Petroleumhafen mit seinen Mineralöltanks und Umschlagstellen zu betrachtet. Zur Eindämmung von Schadenereignissen wurde hier eigens eine festinstallierte Ölsperre eingerichtet, die mittels aufsprudelnder Luft eine Sperre für auf dem Wasser schwimmendes Öl darstellt, jedoch von Schiffen durchfahren werden kann. Das Löschboot kann dann schnell eine mobile schwimmende Ölsperre um die Gefahrenstelle schleppen.Historie der Spezialeinheit LöschbootVor dem ersten Löschboot fuhr ein PontonIm Jahr 1931 wurde das erste Löschboot der Feuerwehr Dortmund in Dienst gestellt. Damals noch in Form eines Pontons. Der Antrieb erfolgte zunächst mit einem Außenbordmotor, bis 1942 ein Dieselmotor und eine Feuerlöschkreiselpumpe eingebaut werden.1964 stellt die Stadt Dortmund dann ihr zweites Löschboot in Dienst, welches in der Schless-Werft in Wesel gebaut wurde . Als dann 1986 Antrieb und Pumpe des zweiten Löschbootes ausfielen, eine Reparatur unwirtschaftlich war, wurde eine Neuanschaffung erforderlich.Am 20. November 1987 war es dann soweit, die Schless-Werft übergab das heutige Löschboot an die Feuerwehr. Mit einem Zuschuss des Landes NRW, in Höhe von 70%, blieben die Kosten im Rahmen.Inzwischen ist die Schless-Werft geschlossen. Viele "Kleinreparaturen" und Wartungsarbeiten führen die Männern der Spezialeinheit - Löschboot selbst durch. Nur für größere Reparaturen steuert das Boot die Meidericher Schiffswerft in Duisburg an.
      Da nun ja die Schless-Werft nicht mehr existiert, blieb einzig und allein nur die Möglichkeit, Kontakt zur Feuerwehr Dortmund aufzunehmen, um mal abzuklären, inwieweit Unterlagen des Bootes zur Verfügung stehen könnten, welche einen Nachbau doch erheblich vereinfachen würden. Ich erhielt auch relativ schnell Antwort von dem für das Löschboot Verantwortlichen . Es war ein sehr angenehmer freundlicher Kontakt, mittlerweile bin ich mit diesem Kollegen per Du. Leider war das Resultat der ersten Kontaktaufnahme recht ernüchternd. Es gab auf die schnelle gesehen keine Aussicht auf Unterlagen. Soweit bekannt war, gab es keine Pläne des Bootes mehr im Bestand der Feuerwehr. Es sollte aber im Archiv, beheimatet in der Feuerwache 5 in Dortmund-Marten, noch irgendetwas zu finden sein, so die Hoffnung. Nach einigen Wochen hielt ich dann 2 Generalpläne des Bootes in meinen Händen. Mehr war leider nicht aufzutreiben. Da ich zwar schon Modelle nach Plan gebaut habe, selbst aber noch nie Spanten erstellt/gezeichnet habe, stand ich zunächst vor einem großen Problem. Dankend nahm ich natürlich eine Einladung zum Liegeplatz an, um vom Löschboot Bilder zu machen. Die Kamera glühte. Gleichzeitig bemühte ich Tante Google und fand noch so einige Löschboote im Ruhrgebiet, die auch von der Schless-Werft stammen und ähnlich aussahen. Somit nahm ich zusätzlich Kontakt zu den Feuerwehren Essen und Neuss auf, in der Hoffnung Pläne von Spanten zu erhalten, die ich gegebenenfalls umzeichnen und anpassen müsste. Die zuständige Wache in Essen dufte ich besuchen, die Wache in Neuss antwortete per Email. Bei beiden Wachen waren keine vollständigen Planunterlagen vorhanden. Ich erhielt zwar ein paar Unterlagen auch von Spanten, direkt weitergeholfen haben sie mir nicht. Vom Aufbau des Steuerhauses her sind alle Löschboote fast gleich, vom Rumpf her aber doch recht unterschiedlich. Ich wollte aber noch nicht aufgeben und suchte in meinem Archiv nach Plänen von Spanten. Fündig wurde ich bei den Originalplänen vom Stromaufsichtsboot Bussard. Die Rumpfform war recht ähnlich und somit wurden sämtliche Spanten der Bussard umgezeichnet und auch vom Neusser Boot wurden 5 vorliegende Spanten genommen und angepasst. Somit stand dem Rumpfbau nichts mehr im Wege
      Anbei noch 3 mir zur Verfügung gestellten Bilder, die ich auch veröffentlichen darf. Einmal vom Rohbau und 2 kurz vor der ersten Wasserung. Dort kann man die besondere Rumpfform gut erkennen.
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      Nachdem ich nun alle Spanten umgezeichnet und geändert hatte, wurden alle Vorlagen ausgeschnitten und auf 6mm Sperrholzplatte geklebt. Somit fing das lustige Sägen und Schleifen an. Bevor ich das vergesse, das Modell wird im Maßstab 1:10 gebaut.
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      Danach wurden auf der Helling die einzelnen Spanten gesetzt und ausgerichtet
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      Das Modell wird im Maßstab 1:10 gebaut. Das entspricht einer Länge vom 137cm und einer Breite von gut 40cm. Da es mein erster Rumpf ist, den ich mehr oder weniger Spantentechnisch selbst konstruierte, indem ich halt die Spanten von der Original-Bussard umgezeichnet habe, bin ich schon einen sehr komischen Weg gegangen. Bitte zerreißt mich dafür nicht, aber ich bin kein Konstrukteur, sondern eher Handwerker. Auch habe ich die Spanten nicht per Computer umgezeichnet, sondern oldschool per Hand. Ich muss sowas immer vor mir stehen haben und mit meinen Augen begutachten. Aus diesem Grunde habe ich zunächst den Rumpf bis zum Bugsegment erstellt und beplankt. Da die Spanten für den Bug von der Bussard recht groß waren, habe ich die später gesetzt und auf der Helling der endgültigen Form dem Original-Löschboot angepasst. Unorthodoxer Weg, ich weiß das, aber so kam ich gut zurecht.
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      Super interessanter Baubericht bis hier hin :ok: von einem Schiff was man wirklich nicht so oft auf Ausstellungen sieht :klatschen:
      Gruß Ralf

      RC-EuroFireFighter ( Sektion Niedersachsen )
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      AB-MGV / AB-Bau mir CAT Kompaktlader / AB-Mulde / AB-LaBo mir 20" Container / FLF Simba 8x8 FraPort / VRW

      FF Georgsmarienhütte
      Gute Autos haben 1000 MAN-horses

      Ralf Heine schrieb:

      Super interessanter Baubericht bis hier hin :ok: von einem Schiff was man wirklich nicht so oft auf Ausstellungen sieht :klatschen:

      Hallo Ralf,
      genau deshalb habe ich mich in dieses Boot verguckt, weil es davon eben keinen Baukasten gibt und es somit zunächst ein Unikat ist. Mittlerweile habe ich mich der Modellbaugruppe Feuerwehr Dortmund angeschlossen und werde auf der nächsten Intermodellbau das Modell, auch im Rohbauzustand, dort am Stand präsentieren. Vielleicht sieht man den ein oder anderen von euch ja. :)
      Und vielen Dank euch für euer Lob bis hierhin.
      Gruß
      Michael
      Wenn es klappt werde ich dieses jahr ein Tag als Besucher auf der Inter sein - mehr leider nicht - sonst schon beim MTC Recklinghausen auf dem Stand mit einigen aus dieser Runde ausgetobt :klatschen:
      Gruß Ralf

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      Es geht mal wieder weiter. Der Rumpf wurde weiter beplankt und ich habe schon mal probeweise die Welle eingesetzt.
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      Wie ich schon erwähnte, habe ich die Spanten für den Bug später gesetzt und dann angepasst. Zur Hilfe habe ich eine dünne ABS-Leiste genommen und so die Form des Kiels nachgeformt. Dementsprechend wurden die Spanten angepasst. Ziemlich ungewöhnlicher Weg, aber das Ergebnis lässt sich sehen.
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      Hier noch ein paar Bilder. Rumpf grob geschlossen
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      Und noch ein paar
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